
Vor seiner eigentlichen Gastprofessur bot uns Ralf Schmerberg, Gelegenheit zur Feuertaufe. Schon während des vorangegangenen Meetings wurde uns klar: Der Mann schickt uns an die Front, oder besser gesagt, an den Zaun. Schon Wochen zuvor wurde dieser zum Symbol für den G8. Egal ob es sich nun um vorangegangene Razzien, linker Kommunen oder um ominöse Selbstentzündungen berliner Nobelkarossen handelte, der G8 war schon präsent. Doch bislang hatte nur eine passive Teilnahme am Geschehen statt gefunden. Nun aber bot sich die Gelegenheit, sich ungewönlich und dennoch gewohnt künstlerisch, aktiv der Kritik zur Politik der G8-Staaten zu beteiligen.
Initiiert von Dropping Knowledge, verstand sich das G8-Summercamp als Bereicherung der Berichterstattung über den G8, mit dem Ziel, nicht nur über den Gipfel zu berichten, sondern auch seine Auswirkungen Vorort zu reflektieren.
Die Frage, wie so ein Summit eine Stadt verändert, welche Art von Menschen er anzieht, welche kulturellen Wellen er schlägt und welche positiven als auch negativen Auswirkungen er annehmen kann, wurde in Rostock journalistisch als auch künstlerisch beantwortet. Filmemacher, Photographen, Designer, Programmierer, Schriftsteller und Projektmanager trafen sich für über zwei Wochen um gemeinsam zu produzieren und durch Publiziertes ein politisches Bewusstsein zu schaffen.
Generell lag der Focus der Arbeiten mehr daran, nicht die Bilder zu kommentieren oder gar zu werten, sondern die Menschen durch ihre Worte und Taten sprechen zu lassen.
Dennoch gestaltete sich die Arbeit schwierig, denn es herrschte Gespensterstimmung in Rostock. Läden waren verbarrikadiert und auch die Polizei, mit 16 000 Mann vertreten, war nur spärlich auffindbar.
Wo war der G8?
Spätestens aber am 2. Juni, wusste man, wir befanden uns in einer seiner Zentren. Am diesem Tag flogen die Steine und es wurden viele Menschen verletzt. Es war der Tag der Großdemonstration in Rostock und wenn man sich entscheiden hätte können, zwischen der Verschlafenheit vor diesem Tag und dem danach, viele hätten sich sicher für die Verschlafenheit entschieden. Dieser Tag überschattete die restliche Zeit der Demonstrationswoche. Wenige zerstörten die Arbeit mehrmonatiger Vorbereitung friedvoller G8-Gegner. In dieser Woche wurden so viele Emotionen frei und man konnte tief in die menschliche Seele blicken und oft auch in die eigene.
Nach einer gewissen Zeit hörte man auf zu realisieren, man sah alles nur noch durch den Sucher wie einen Film. Man hastete von Person zu Person, von Gegner zu Befürworter, von Frieden zu Gewalt und dies eine ganze Woche lang. Es spielte dabei keine Rolle mehr wo man sich befand, im Supermarkt oder in unserer Schule, am Rostocker Hafen oder am Heiligendammer Zaun.
Es herrschte Ausnahmezustand, und vor allem auch in den Köpfen der Menschen. Jeden brannte seine Meinung auf der Seele und jeder wartete erlöst zu werden.
Dabei stellt man sich die Frage, warum man 1000 km auf eigene Kosten fährt, um sich Gefahren auszusetzen und findet aber dennoch keine Antwort darauf. Vielleicht einfach nur um zu teilen, auch wenn es sich dabei nur um Eindrücke handelt die ein Umdenken fördern.
Gans egal in wo im Straßenleben,
wo etwas passiert gibt es auch Zeugen.
Oft auch jene die es besser machen könnten
oder zumindes der Meinung sind.
Regie und Kamera: Tom Beyr
Dropping Knowledge e.V. 2007 2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
Film über die Vielfalt der
der G8-kritschen Institution.
Diese haben sich gemeinsam in einer
alten Rostocker Schule organisiert.
Kamera: Gerhard Senz
Schnitt: Tom Beyr
Sound: Rudi Moser Einstürzende Neubauten
Dropping Knowledge e.V. 2007
Generationskonflikte auf der Demo,
Jung gegen alt, friedlich gegen gewaltbereit.
Sicherlich mein intensivstes Erlebnis
während des G8 So wie auch dieser virale Spot,
der die Sinnlosigkeit der dort herrschenden
Gewalt während der Straßenschlachten am
2. Juni hinterfragte.
Regie und Kamera: Tom Beyr
Dropping Knowledge e.V. 2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
Photographisches Tagebuch
während der zweieinhalb Wochen
Aufenthalt in Rostock und
Heiligendamm. Auf der Suche
nach Motiven wurde die
Kamera zum ständigen Begleiter.
Überall dort wo verschiedene
Meinungen aufeinander
trafen, wurden die größten
Emotionen frei gesetzt.
So auch während meines
14 tägigen Aufenhaltes
in Heiligendamm und Rostock
Zivilcourage zeigen während einer,
Demonstration die im Chaos versank.
bürgerkriegs6auhnliche Zustände versuchten
einige wenige zu en
tschärfen.
Regie, Kamera, Schnitt: Tom Beyr
Dropping Knowledge e.V.2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
Der “Zaun” wurde zum Symbol des G8-Gipfels 2007.
Während die Staatschefs der Weltwirtschaftsmächte
in Strandkörben saßen und ihnen so der Zaun
Sicherheit bot, versuchten die Einsatzkräfte
an den Absperrungen, die Gemäter der
Demonstranten mit Wasserwerfern zu beruhigen.
Regie und Kamera: Tom Beyr
Dropping Knowledge e.V. 2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
Viraler Spot der Gewalt thematisiert,
ohne sie jedoch zu zeigen.
Wie ein Gewitter das sich zusammen
braut habe ich jenen Tag erlebt.
Regie und Kamera: Tom Beyr
Dropping Knowledge e.V. 2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
Spritziges Sommer-Epos
zum
G8-Summit 2007
Teil des Kinofilms “Trouble”
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